Braveheart Battle 2016 – Extremer Laufspaß bei Eis, Schnee und Schlamm

„Wie kannst du dafür nur freiwillig Geld bezahlen?“, fragte mein Mann ungläubig, als ich ihm stolz eröffnete, dass ich mich soeben für das BraveheartBattle 2016 angemeldet hatte. Es war der Juni 2015, kurz nach dem ToughMudder Norddeutschland in Hermannsburg bei Celle, und obwohl ich über meterhohe Holzwände geklettert und durch ein Becken voller Eiswürfel getaucht war, lechzte ich nach mehr.

Das „Warum?“

Vielen Außenstehenden stellt sich beim Anblick der „Verrückten“, die sich da im Dreck wälzen, eine alles entscheidende Frage: Warum, ja, warum bloß, melden sich bis zu 5000 erwachsene Männer und Frauen zu einer im Fall des BraveheartBattle ca. 32 km langen Schlammschlacht an, bei der man mehr als einmal die eigenen körperlichen und psychischen Grenzen sprengen muss und wo blaue Flecke und Schrammen garantiert sind? Die kurze Antwort lautet: Weil sie es können. Ok, damit kratzen wir natürlich nur an der Oberfläche der wahren Beweggründe für die Anmeldung bei einem solchen Sportevent. Werfen wir also mal einen etwas genaueren Blick auf die Motivation der Läufer bei ToughMudder, BraveheartBattle, Strongmanrun und co.

Grund 1: Marathonlaufen ist langweilig. Alle diejenigen, denen das strikte Geradeauslaufen auf asphaltierter Strecke zu öde ist, sind bei diesen Extremhindernisläufen, die ursprünglich von der Ausbildung britischer Elitemilitärs inspiriert wurden, hervorragend aufgehoben. Hier geht es bergauf, bergab, durch Wasser, Schlamm, Wald und Trampelpfade gespickt mit zahlreichen künstlichen Hindernissen, bei denen geklettert und gekrochen wird oder ureigene Ängste überwunden werden müssen.

Grund 2: Die Suche nach dem Abenteuer. Mal im Ernst, wer von uns langweilt sich nicht regelmäßig im eigenen, monotonen Alltag, ist unzufrieden mit seinem Job und möchte einfach nur der täglichen Ödnis entfliehen? Für einige von uns bieten die Hindernisläufe genau diese Möglichkeit, eigene Abenteuer zu erleben und ein bisschen Farbe in die berufliche Tristesse zu bringen. Während andere sich auf der Couch hinfläzen und sich dem (Fr-)Essen und/oder dem Alkohol widmen, gehen die Mudders und Bravehearts unter uns lieber in die Natur und suchen den ultimativen Adrenalinkick. Wir gehören zu der Gruppe von Personen, die die Sportpsychologin Marie Ottilie Frenkel in einem Artikel auf www.welt.de als Menschen beschrieben hat, die bestimmte extreme Reize suchen, um als High Sensation Seeker sich in bestimmten stressbetonten Situationen besonderes Wohlempfinden zu erreichen.

Grund 3: Das Gemeinschaftsgefühl. Wer schonmal an einem Hindernislauf wie den genannten teilgenommen hat, weiß, wovon ich rede. Es ist einfach eine unglaublich bereichernde Erfahrung, wenn völlig fremde Leute dir über Hindernisse helfen, dich anfeuern oder unterwegs mit Sportlernahrung versorgen, wenn dir die eigenen Vorräte ausgegangen sind.

Grund 4: Das Überwinden eigener Grenzen, der für mich der wohl wichtigste Grund, diese Sportart zu lieben. Hindernisläufe wie das BraveheartBattle werden nicht umsonst als Extremsport bezeichnet, denn sie erfordern physische und psychische Leistungen, auf die man sich zwar in Teilen vorbereiten, die man im Einzelnen aber nie vorhersehen kann. Wenn man dann durchnässt, verdreckt und erschöpft mit brennenden Waden, Oberschenkeln und Armen nach einem solchen Lauf ins Ziel kommt und dann noch alle Hindernisse überwunden hat, wird man von einem unbeschreiblichen Glücksgefühl übermannt, das aus dem gewonnenen Kampf gegen die eigenen Ängste und den berühmt-berüchtigten „inneren Schweinehund“ resultiert.

Die Vorgeschichte

Das BraveheartBattle 2016 bildete für mich persönlich den bisherigen Höhepunkt der Suche nach dem Extremen, diesem „an die eigene Grenze gehen“. Als absolute Niete im Schulsport stellte die Anmeldung für den ToughMudder Norddeutschland im Sommer 2015 den Startpunkt der Bewältigung einer Annahme dar, die sich in meine Psyche eingebrannt hatte: Mein Körper hasst mich und sorgt dafür, dass ich grundsätzlich unsportlich sein muss. Die Teilnahme am ToughMudder beendete diese Fehleinschätzung von Grund auf und überzeugte mich, dass niemand von Natur aus „unsportlich“ ist oder sein muss. Wie gesagt, nach dem ToughMudder wollte ich mehr. Sechzehn Kilometer waren da nicht mehr genug und die angekündigten 28 sogenannten „Masterchief-Kilometer“ (je nach Laune des Masterchiefs entspricht ein MCK 900-1200m) mitsamt der 50 Hindernisse kamen da genau recht. 10 Monate Vorbereitungszeit schienen mir dafür ebenfalls ausreichend.

Die Vorbereitung

Ursprünglich hatte ich mir einen detaillierten Trainingsplan ausgearbeitet, mit dem ich bis zum Januar 2016 (zwei Monate vor dem BraveheartBattle) auf Halbmarathon-Niveau laufen wollte. Allerdings kam es im August 2015 mit meiner – für mich lebensverändernden – Entdeckung der Trendsportart Crossfit völlig anders. Ab da waren die Pläne für das Halbmarathontraining gestorben und es hieß nur noch: Crossfit, Crossfit, Crossfit. Bis zu sechsmal in der Woche besuchte ich die Göttinger Crossfit-Box und trainierte zusätzlich zu den Workouts of the Day (WoDs) beim Kettlebell-Conditioning, Yoga und später auch beim Olympischen Gewichtheben. Meine Fitness im März 2016 kurz vor dem Lauf sah dann unter anderem wie folgt aus: 80kg Deadlift Maximum 1 Rep. (2kg über BW), beim Kettlebell-Conditioning in 10 Minuten 235 Kettlebellswings 12kg und Burpees als meiner neuen Lieblingsübung (50 Stück in etwas über 5 Minuten) – im Vergleich zu trainierten Crossfittern und Liftern nicht besonders viel, aber für mich dennoch enorm: Ich war/bin in der Form meines Lebens. Laufen ging ich nur noch sporadisch und schließlich die letzten Monate vor dem Battle gar nicht mehr. Konnte das funktionieren? Ich war gespannt.

Vor dem Battle

Wenn ich mich schon den unberechenbaren Bedingungen der nordbayerischen Rhön Mitte März aussetzte, wollte ich mich wenigstens gut ausgerüstet in das eisige Vergnügen stürzen. Maximal 6°C waren laut Wetterbericht für das beschauliche Bischofsheim am Tag des Battle angesagt, weshalb ich mich für eine sorgfältige Rundum-Einkleidung entschied, fast ausschließlich der „no-cotton“-Regel folgend und bestehend aus: eine Balaclava, ein japanisches Kopftuch (das ich mir vor’s Gesicht wickelte), ein Beanie, ein Sport-BH plus Unterwäsche, ein Tank-Top, ein langärmliges Ski-Unterwäsche-Oberteil, ein Kompressionslaufshirt, eine Rugby-Kompressionsshorts, eine 3/4-Laufhose, zwei Paar Socken, Kompressionsbeinlinge und natürlich meine Trail-Laufschuhe. Ergänzend dazu nahm ich eine kleine Laufgürteltasche mit, vollgestopft mit Koffeeintabletten, drei Energieriegeln und einem -Gel, drei Päckchen Magnesiumpulver und zwei Paracetamoltabletten für den absoluten Notfall – der, soviel sei bereits verraten, glücklicherweise nicht eintrat.

P1090039_1
Die Überreste von meinem „Lunchpaket“

 

P1090040_1
Meine Schlachtrüstung

In der Nacht auf den 12. März 2016, dem Tag, für den ich trainiert hatte, schlief ich schlecht – so schlecht, dass ich um 3 Uhr morgens aufrecht im Bett saß und der festen Meinung war, ich müsse gleich losfahren. Tatsächlich hatte ich mir den Wecker auf halb 6 Uhr gestellt. Bis ich endlich wieder eingeschlafen war, klingelte er schon fast und ich sprang aus dem Bett, um mich durch mein Frühstück aus Porridge mit Bananen und etwas Räucherlachs zu quälen. Um halb 7 Uhr fuhr ich schließlich mit dem Auto von Göttingen in Richtung Bischofsheim, 187 km gen Süden. Die ganze Fahrt über dachte ich nur an die mir bevorstehenden Extrembelastungen. Die eine Frage, die mich dabei und während der Wochen, Tage und Stunden vor dem Battle umtrieb, war diejenige nach meiner Leistungsfähigkeit: Würde ich es schaffen, eine Strecke, die laut Googlemaps mehr als 30km lang durch hügeliges, teils bergiges Gelände führte und noch dazu 50 Hindernisse umfasste, zu bewältigen, obwohl ich bisher nie mehr als 16km am Stück und im reinen Lauf lediglich 11km zurückgelegt hatte? Vorbereitet nur durch Crossfit-Training? Es war ein Experiment, das ich bereit war einzugehen – auch wenn ich lange nicht mehr eine solche Aufregung und Nervosität verspürt hatte wie vor diesem Event.

Das Battle – meine bislang härteste physische und psychische Herausforderung

Um halb 10 Uhr traf ich dann in Bischofsheim ein und machte mich auf den Weg zum Festzelt, um meine Startunterlagen zu besorgen. Nachdem ich mir vor dem Zelt meine Starnummer gesucht hatte, bahnte ich mir den Weg durch die Massen an Männern und Frauen, die offenbar ebenso verrückt gewesen waren wie ich, sich zu diesem Wahnsinn anzumelden. Neben meiner Startnummer und dem Zeitnahmechip bekam ich ein Energiegel und eine Dose RedBull; ersteres wanderte in meine Gürteltasche, letzteres in meinen Rucksack. Wie viele andere Teilnehmer auch begann ich jetzt, mein Gesicht zünftig zu schminken, und zwar mit den schottischen Farben weiß und blau, womit ich einer langjährigen Tradition des Battles folgte. Jetzt hatte ich eine schwierige Wahl zu treffen: Ich war alleine hier angereist und musste noch über eine Stunde auf den Beginn des Laufs warten. Das Festzelt war beheizt, aber vollkommen überfüllt, draußen waren es lediglich 2°C und ich befürchtete, bereits vor dem Startschuss auszukühlen. Ich entschied mich, meinen Rucksack im Zelt abzulegen und den Rest der Wartezeit außerhalb zu verbringen. Nahe der Startlinie waren einige Metallkörbe mit offenen Feuern aufgestellt, an denen ich mich wärmte, während ich mir weiter Gedanken über die Strecke und die Hindernisse machte. Kurz vor 11 Uhr versammelten sich dann die Läufer zum Start und es begann ein netter Austausch mit den Leuten vor, hinter und neben mir. Es fielen Sätze wie „Nicht nur Männer sind so verrückt, das hier mitzumachen“ oder „Bisher bin ich nur normale Rennen gelaufen, ein Kumpel hat mich hierzu überredet“. Es herrschte eine lockere und angenehme Atmosphäre, während die ersten Läufer in Blöcken starteten.

Irgendwann zwischen 11.30 Uhr und 12.00 Uhr fiel dann auch für mich der Startschuss. Es ging endlich los – und in meinen kühnsten Träumen hätte ich nicht erahnen können, was mich jetzt erwarten sollte. Die ersten 4 km verliefen verhältnismäßig ereignislos. Es ging bergauf, mal mehr, mal weniger steil, aber hauptsächlich bergauf in den Wald hinein. Nach ca. 2 km trafen wir auf den ersten Schnee, der uns dann auch fast die komplette übrige Strecke begleitete und bei steigender Höhe weiter zunahm. Zu diesem Zeitpunkt war ich froh, mir ein Tuch vor den Mund gebunden zu haben, da mein eigener Atem dafür sorgte, dass mir nicht kalt wurde. Gerade als ich mir aber dachte, dass ich ja bis hierher gut zurechtgekommen sei und es so schlimm nicht werden könnte, wurde ich prompt eines Besseren belehrt: der erste Teil des Höllenmarschs begann. Nach etwa vier Kilometern erreichten wir eine Skischanze, neben der die Strecke steil den Berg hoch führte. Oben angekommen ging es weiter einen noch steileren Hang hinauf – und dann wieder hinunter. Und wieder hinauf. Und wieder hinunter. Fünfmal. Nicht nur physisch forderte dieses erste „Hindernis“ von allen Teilnehmern einen enormen Kraftaufwand, auch psychisch stieß man hier an seine Grenzen, da der Hang in einer Art Kurve angeordnet war und man nicht genau sehen konnte, wieviele Auf- und Abstiege man noch vor sich hatte. Jedes Mal, wenn man dachte, jetzt habe ich’s endlich geschafft, kam der nächste Aufstieg. An diesem Punkt waren dann auch die ersten Teilnehmer gezwungen, aufzugeben. Ein Läufer musste wegen Unterkühlung medizinisch versorgt werden, einem anderen, der mit Wadenkrämpfen im Schnee lag, gab ich ein Päckchen Magnesium ab, und ein dritter verletzte sich an einer empfindlichen Stelle als er breitbeinig einen der Hänge hinunter in einen armdicken Baum rutschte.

Diejenigen, die diese erste Prüfung überstanden hatten, erwartete gleich im Anschluss die nächste Herausforderung: Es ging weiter zum höchsten Punkt der Strecke am Kreuzberg mit 928 Höhenmetern. Hier lag überall Schnee und es ging weiterhin steil bergan. Allerdings erwartete uns hier auch nach 8 km die erste Verpflegungsstation der Strecke mit Nutella-Broten, Koffein-Magnesium-Tabletten und aufgewärmten Wasser, woran wir uns alle gierig bedienten. Weiter ging es unter Stacheldraht hindurch eine kleine Runde auf dem Berg herum und dann wieder den Weg, den wir gekommen waren, durch den Schnee hinunter. Es folgte ein hügeliger Streckenabschnitt, der einige weitere Hindernisse bereithielt, u.a. den sogenannten „Crashtest“, der das Klettern durch verschrottete Autos beinhaltete. Nach etwa 15 km war die Hälfte geschafft und ich war der Meinung, dass es nach dem Horror an der Skipiste und dem anstrengenden Aufstieg zum Kreuzberg schlimmer nicht mehr kommen konnte. Ich hatte mich geirrt. Bei Kilometer 9 stand ein Schild, auf dem stand „Jetzt geht’s erst richtig los“ – mein Gedanke hierzu: „Bring it on, baby!“. Bei Kilometer 24 hingegen dachte ich ernsthaft ans Aufgeben, obwohl es „nur noch“ 7-8 km zu laufen waren. Was war dazwischen passiert? Ich war meinem Meister begegnet: Wasser. Als ich nach knapp der Hälfte der Strecke das Tal und die Stadt Bischofsheim erreicht hatte, erwartete mich der Löwenanteil der Hindernisse: verschiedene Hürden, ein sieben Meter hoher Berg von Heuballen, und vor allem mehrere Flussquerungen, Container voller Wasser, durch die getaucht werden musste, zwei Schneekanonen, die einem kaltes Nass ins Gesicht bliesen, sowie schließlich mehrere Schlammgruben, bei denen man hüfthoch im Dreck steckte und nur mit Hilfe anderer Bravehearts wieder entkommen konnte. Mehr als ein Läufer verlor hier mindestens einen Schuh. Viel problematischer erwies sich aber bald, nachdem die Hindernisse zweimal durchquert worden waren und man den Rückweg in Richtung Ziel antrat, dass die eigene Kleidung vollkommen durchnässt war. Bei 2°C Außentemperatur stand mir jetzt die richtige Prüfung erst bevor. Bei Kilometer 20 oder 21, so genau erinnere ich mich nicht mehr, kam ich noch einmal an der zweiten Verpflegungsstation der Strecke vorbei und griff mir eine Handvoll Lebkuchen sowie zwei Koffeintabletten und zwei Becher warmes Wasser. Dann trat ich die letzte – und beschwerlichste – Etappe des Rennens an. Auch hier ging es wieder bergauf und teilweise wieder durch Schnee und aufgeweichte Trampelpfade, was das Vorankommen erschwerte und mich teilweise nur noch gehend vorankommen ließ. Immer, wenn es wieder bergab ging, bemühte ich mich zu rennen, um mich aufzuwärmen. Aber mir wurde immer kälter, bis ich meine Hände, die noch immer in den durchweichten, von Schlamm beschwerten Handschuhen steckten, nicht mehr spüren konnte. Ich kam etwa bei Kilometer 23 an einigen offenen Feuern vorbei, die ich nutzte, um mich aufzuwärmen. Eine Helfern vor Ort zog mir die Handschuhe aus, die ich mühsam in meiner Gürteltasche verstaute. Andere Läufer hatten sie einfach am Rand der Strecke weggeworfen. Notgedrungen lief ich dann ohne Handschuhe weiter; meine Hände hatten mittlerweile eine etwas ungesunde bläulich-weiße Farbe angenommen. Irgendwann begann ich zu zittern. Mir war so kalt wie in meinem ganzen Leben nie und ich wollte nur noch nach Hause. Ich war kurz davor, aufzugeben. Vor und hinter mir konnte ich ein paar einzelne tapfere Läufer sehen, die sich ebenso wie ich die Strecke entlang schleppten. Als ich an einem Rettungswagen vorbeikam, der einsam im Feld am Rand der Strecke stand, dachte ich einen Moment daran, wie schön es wäre, jetzt einfach dort einzusteigen und um Hilfe zu bitten – in die Wärme eines beheizten Wagens, raus aus den nassen Klamotten. Doch dann erinnerte ich mich daran, dass diese Gedanken, diese Zweifel, die mich jetzt überkamen, das letzte Hindernis waren, das mich noch vom Ziel trennte. Ich hatte bereits eine Strecke überwunden, die alle meine bisherigen sportlichen Leistungen übertraf und ich würde ganz sicher nicht aufgeben, während ich noch weniger als ein Viertel des Laufes vor mir hatte. Also biss ich die Zähne zusammen und rannte weiter, als es schließlich wieder ein Stück den Berg hinunter ging. Es musste etwa 18 Uhr gewesen sein, denn langsam setzte die Dämmerung ein. Nach einigen weiteren hundert Metern traf ich auf eine Gruppe Läufer, die um ein Polizeiauto herumstanden. Wir wurden aufgeklärt, dass das Rennen wegen der hereinbrechenden Dunkelheit abgebrochen werde und alle übrigen Läufer mit Bussen zum Ziel gefahren würden. Wieder stand ich vor einer Entscheidung, die mir diesmal aber deutlich leichter fiel: Vor mir lag Bischofsheim im Tal und damit das Ziel, das ich auch über eine Abkürzung von etwa 2-3 km über eine gepflasterte und beleuchtete Strecke erreichen konnte. Ich sammelte meine letzten Kraftreserven und lief die Straße hinunter nach Bischofsheim, während der Bus mit den eingesammelten Läufern an mir vorbei fuhr. Nach einer Zeit von 06:57:46 h erreichte ich endlich das Ziel, vollkommen erschöpft und durchgefroren, und nahm mein Finisher-Shirt und meine Medaille in Empfang. Meine Freude über die eigene Leistung wurde zunächst dadurch geschmälert, dass ich gezwungen gewesen war, die Strecke abzukürzen und damit auf dem Rückweg auch ein paar Hindernisse auszulassen. Aber als ich gleich nach dem Lauf meine Sachen abgeholt und mich ins Auto gesetzt hatte, überkam mich schließlich ein Gefühl des Glücks und der Zufriedenheit darüber, einfach durchgehalten und nicht aufgegeben zu haben. Ich regelte die Klimaautomatik auf 28°C hoch und fuhr zu Eluveities „Origins“ und Ensiferums „One Man Army“ zurück nach Göttingen, wo ich dann gegen 21 Uhr von meinem breit grinsenden Ehemann mit den Worten empfangen wurde: „Wie siehst du denn aus?“ So sah ich aus:

P1090029_1
Dreckig, aber glücklich

Nach dem Battle

Für mich war das Braveheartbattle eine Erfahrung, die ich auf keinen Fall missen möchte. Mir wurde hier die Möglichkeit gegeben, meine eigenen Grenzen aufs Äußerste zu überschreiten und Dinge zu tun, von denen ich vor einem halben Jahr nie gedacht hätte, dass ich dazu fähig wäre. Die Tatsache, dass ich mich nur durch Crossfit vorbereitet habe und meine Kondition dadurch einen neuen Höhepunkt erreicht hatte, bestätigte nicht nur meine Begeisterung für diese Sportart, sondern auch für das Event der Hindernisläufe allgemein. Während des Battles dachte ich mehrfach: Das mache ich nie wieder. Mittlerweile denke ich: Nächstes Jahr bin ich besser vorbereitet. BraveheartBattle 2017 – ich komme! Aber vorher: Hallo, ToughMudderNorddeutschland und StrongmanRunFerropolis 2016! Davon gibt’s natürlich auch wieder Berichte direkt von der Front, versprochen.

DSC_0010_1

13 thoughts on “Braveheart Battle 2016 – Extremer Laufspaß bei Eis, Schnee und Schlamm

  • Marco Kister

    Hallo du. Ganz toller Bericht. Herzlichen Glückwunsch noch zu der tollen Leistung und man sieht sich auf dem Schlachtfeld 2017 😉 Gruß Marco

    Antworten
  • Blacky

    Schöner Bericht, da sieht man erst zu was man in der Lage sein kann. Für meine Tochter war es auch die erste Teilnahme und sie sagte nie wieder, nur rein theoretisch „wink“-Emoticon. Denke nächstes Jahr sind wir wieder dabei, dieses Jahr noch LimesRun und nächstes Jahr dann die fünfte Teilnahme „grin“-Emoticon. Gruß Blacky (alias Teppi/Hüfttepträger „wink“-Emoticon )

    Antworten
  • BBC

    These are really great ideas in regarding blogging. You have touched
    some fastidious things here. Any way keep up wrinting.

    Antworten
  • FeltonZAntwi

    I’m not sure the place you’re obtaining your information, but good topic.
    I must spend a little while discovering more or working out
    more. Thanks for magnificent info I was previously in search of this
    info for my mission.

    Antworten
  • AnnQRaposo

    Awesome post.

    Antworten
  • StarNRagno

    I am going to immediately seize your rss while i are unable to find your email subscription link or e-newsletter service.
    Do you have any? Please let me realize in order that I may
    subscribe. Thanks.

    Antworten
  • TadJBakker

    Hi there, I like reading each one of your article post.
    I like to write a little comment to assist
    you.

    Antworten
  • DamonSBiener

    Greetings I am so thrilled I found your blog, I really found you by accident, while I was searching on Bing for something else, Regardless I am here now and would just like to say many thanks for a incredible post and a all round exciting blog (I also love the theme/design), I don’t have time to look over it all at the moment but
    I have book-marked it and also added in your RSS feeds, so when I have
    time I will be back to read more, Please do keep up the superb
    job.

    Antworten
  • SinaMSmoot

    Pretty great post. I just stumbled upon your weblog and wished to say that We have
    truly enjoyed browsing your weblog posts. Regardless I will be subscribing
    for your personal feed and I am hoping you write again very soon!

    Antworten
  • TyrellRLymon

    Hello i am kavin, its my first time to commenting anyplace, when i read this post i thought i
    could also make comment due to this good article.

    Antworten
  • EllynPStrege

    Having look at this I believed it had been rather enlightening.
    I appreciate you spending a little while as well as to put this
    content together. I remember when i again find myself spending too much
    time both reading and commenting. But so what on earth, it was actually still worth the cost!

    Antworten

Leave a comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Springe zur Werkzeugleiste